Statik des Baumes Statik des Baumes: Die Aerodynamik
- Der Holzkörper; - Die Kernbildung; - Die statische Entwicklung; - Die Aerodynamik

Bäume können sich mittels ihrer aerodynamischen Eigenschaften, bis zu einem gewissen Punkt, dem sekundären Versagen, vor starken Winden schützen. Je heftiger der Wind seine Kraft einsetzt, desto stärker biegt sich der Baum. Durch das Biegen gelingt es dem Baum die zerstörerische Kraft aus dem Wind zu nehmen, da der auf ihn einwirkende Strömungs- widerstand reduziert wird.

Die allgemeingültige Formel für starre Körper besagt, das bei einer ansteigenden Strömungsgeschwindigkeit der Widerstand - den ein Körper der Strömung ent- gegensetzt - quadratisch anwächst. Dieser Formel ent- ziehen sich die flexiblen Bäume indem sie ihre Struktur ganz einfach dem wachsenden Widerstand anpassen.

Durch diese und weiteren Anpassungsfähigkeiten wird jeder Baum zum mechanisch optimierten Bauteil. Im belaubten Zustand verursachen die angreifenden Wind- lasten, dass das gesamte Blattwerk wie ein Segel diese eingehenden Lasten über Astwerk und Stamm, bis in die Wurzeln ableiten, von wo aus sie quasi dem Boden übergeben werden.
Schlauchknicken

Die kraftübertragenden Strukturen sind dabei so ausgelegt, das sie die bei einer normalen Belastung bereits auftretende Spannung dauerhaft ertragen können. Vergleichbar wäre dies z.B. mit einer Kette gleicher Glieder. Unter anderem sind durch diese Fähigkeiten die er- reichbaren Wuchshöhen in der Baumwelt überhaupt erst möglich geworden.

Um Spannungsüberhöhungen an der Oberfläche erfolgreich entgegentreten zu können, reagieren Bäume durch entsprechendes Wachstumsverhalten, dem sogenannten adaptiven Wachstum. Ausgelöst durch mechanische Reize, bzw. mechanischen Belastungen, werden an den betreffenden Stellen verstärkte Zuwächse ausgelöst. Dadurch wird die Spannung in diesen Bereichen reduziert.

Aber auch im inneren des Baumes kann die Struktur des Holzes an den bestehenden Last- verhältnissen angepaßt werden. Es gibt Nachweise, dass die Holzfestigkeiten innerhalb eines Baumes derart verteilt sind, das in den besonders gefährdeten Bereichen für die ver- sagensrelevanten Lasten bessere Werkstoffwiderstände vorhanden sind, bzw. diese dort ansteigen. Um den von aussen einwirkenden Lasten zu trotzen, wird deshalb bei der inneren Optimierung des Baumes zusätzlich eine gezielte Eigenspannung erzeugt.

Die in den Boden abgeleitete Lasten stellen auch an die Wurzeln des Baumes und dem Erd- reich Anforderungen. Neben den genetisch bedingten Wuchsformen der Wurzeln ist die Form ihrer Gestaltung auch abhängig von der Art der Bodenbeschaffenheit und dem Stand des Grundwasserspiegels.

Wurzel-Erd-Verbund Durch das durchdringen des Bodens bilden die Wurzeln einen Verbund mit der Erde. Je stärker und enger dieser Verbund gestaltet ist, desto höher ist der Versagenspunkt des Erdreiches angesiedelt.

Bei mechanischer Belastung benötigen Erdstoffe eine zusätzliche Zugkraft, die von den Wurzeln bereitgestellt wird. Zusätzlich erhöht sich auch die Steifigkeit und Festigkeit im Druckbereich.

Ferner wird durch das sekundäre Dickenwachstum der Wurzeln eine weitere Kompression des Erdreiches er- reicht, die sich positiv auf die Lastverteilung und somit auch auf die Festigkeit des Erdreiches auswirkt.

Durch diese pfiffigen Strategien weisen Bäume entsprechend angepasste Flexibilitäten bei auftretenden mechanischen Belastungen auf. Die Verringerung der Strömungswiderstände oder durch eine Beugung verhinderte Lasteneinwirkung sind für sie unersetzliche Hilfsmittel um zu überleben.

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