Baumlexikon Baumlexikon: Baumkunde

Mit dem Begriff der Baumkunde ist sehr eng das Wort Dendrologie (giechisch dendron = Baum, logos = Lehre/Kunde) verbunden. Die Dendrologie ist die Lehre von den Bäumen und Gehölzen und gilt als ein eigenständiger Wissenschaftszweig in der Botanik, der sich mit der Erforschung der verholzenden Pflanzen beschäftigt. Als Begründer der Dendrologie wird der griechische Philosoph und Naturforscher Theophrastos von Eresos genannt.

Neben der Dendrologie existiert auch noch das sehr spezielle, fachlich übergreifende Gebiet der Dendro- chronologie (griechisch chronos = Zeit). Mit Hilfe der Dendrochronologie können unter anderem fossile Baumfunde, z.B. bei Ausgrabungen, anhand ihrer Jahresringe datiert werden. Der Begriff Dendrochrono- logie geht auf den amerikanischen Astronom Andrew Ellicott Douglass zurück, der als erstes Bäume zur Ermittlung ihres Alters anbohrte und aufgrund seiner somit gewonnenen Daten und Erkenntnisse aus den Jahrringanalysen im Jahre 1929 die Aufstellung einer 1229 Jahre langen Jahrringchronologie veröffentlichen konnte.

Doch die Baumkunde als solches ist strenggenommen
Quercus rubra 'Aurea'
noch viel umfassender. Neben dem wissenschaftlichen Bereich gehört auch das gesamte handwerkliche und praxisbezogene Fachwissen derjenigen Berufsspaten dazu, die sich in der Anzucht und Pflege von Bäumen und Sträuchern betätigen. Egal ob es sich dabei um Baumschulisten, Landschaftsgärtner oder Baumpfleger handelt. Jede Berufsgruppe hat ihre eigenen Erfahrungen und Techniken, die bei der alltäglichen Arbeit mit oder für Bäume und Sträucher unverzichtbar sind.

unberührte Eiche Das vorhandene und erreichbare Wissen, welches sich hinter dem kleinen Wort "Baumkunde" verbirgt, ist somit jetzt schon riesig und wird zudem ständig durch neu gewonnene Erkenntnisse weiter verbessert und erweitert.

Dies setzt bei allen Beteiligten, die sich allgemein mit Pflanzen beschäftigen, eine lebenslang zu erhaltende Portion an Neugier und Lernbereitschaft voraus.

Nur so können z.B. die unglückseligen Pflanzungen, an denen die Standort- und Umfeldfaktoren, aus welchem Grund auch immer, nicht ausreichend berücksichtigt wurden, minimiert, bzw. gänzlich verhindert werden.

Prentice Mulford (1834-1891), ein amerikanischer Journalist hatte bereits folgerichtig er- kannt und treffend formuliert: "Glücklich der Mensch, der Bäume liebt, besonders die großen, freien, die wild wachsen an der Stelle, wo die unendliche Kraft sie gepflanzt hat, und die unabhängig geblieben sind von der Fürsorge der Menschen".

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