holzzerstörende Pilze

Pilze haben eine besondere Stellung im Reich der Lebewesen und leisten unentbehrliche Dienste. Parasitäre Pilze an lebenden Bäumen sind nichts außergewöhnliches und gehören zum natürlichen Kreislauf des Lebens dazu. Als negative Begleiterscheinung mindern sie aber durch ihre Tätigkeit der Holzzersetzung nicht nur die Stand- und Bruchsicherheit ihres Wirtes, sondern sie können auch sein vorzeitiges Ableben herbeiführen.

Der Pilz besteht aus einem Pilzgeflecht (Hyphen) und wächst für den Betrachter zumeist verborgen und nicht sichtbar in den Zelllumen, bzw. in den Zellwänden der Holzzellen seines Wirtes. In vielen Fällen kann der Pilzbfall eines Baumes daher erst mit der Bildung von Fruchtkörpern erkannt werden, da sie außerhalb des Holzes erscheinen um ihre Funktion der Sporenbildung und -verbreitung erfüllen zu können.

Zu spät!

Da sich Pilzfuchtkörper aber nicht unmittelbar nach einer Besiedelung bilden (manchmal auch gar nicht), hat der Baum oftmals schon einen mehrjährig andauernden Kampf mit dem Pilz ausgefochten, sodass sich bei der Entdeckung von Fruchtkörpern gar nicht absehen lässt, welch' rege Holzzersetzung im Inneren des Baumes bereits in den vergangenen Jahren vollzogen wurde.

Bild links: Zu spät! Diese Buche hat der Riesenporling zu Fall gebracht. Durch die fortgeschrittene Zersetzung von statikrelevanten Wurzeln, gab es für diesen Baum letztendlich kein Halten mehr und er stürzte um.

Bei der Überpüfung von Bäumen auf ihre Verkehrssicherheit hin, sollte deshalb immer erhöhte Vorsicht geboten sein, wenn Pilzfruchtkörper am Stamm, in der Krone oder am, bzw. im direkten Bereich des Stammfußes gesichtet werden.

Fast zu spät!

Bild rechts: Fast zu spät! Die wenigen, noch aktiven Leitungsbahnen dieser Sal-Weide konnten zwar noch die komplette Versorgung der Baumkrone aufrecht erhalten, für die Stand-, bzw. Bruchsicherheit reichte dieses schmale und äußerst bruchstückhafte Band der Restwandstärke aber nun wirklich nicht mehr aus.

Dem Baum sah man es aber äußerlich nicht an, da weder der vollständig vitale Kronenmantel, noch die augenscheinlich intakte Rinde auf eine derart weit fortgeschrittene Fäulnis und Bruchgefahr schliessen ließ.

Lediglich die am Stammfuß befindlichen Pilzfruchtkörper gaben Anlass, für eine genauere Kontrolle des Baumes, die mit seiner umgehenden Fällung endete.

Nur wenige Pilze bauen lebendes Holz ab! Für die Bestimmung, mit welchem Pilz man es zu tun hat, ergeben sich durch Verwechslungsgefahr und - je nach Entwicklungsstand - auch sehr veränderlichem Aussehen der Fruchtkörper im Verlauf eines Jahres zahlreiche Fehlerquellen bei der Zuordnung. Des weiteren gibt es auch holzzerstörende Pilze, deren Fruchtkörper nur für wenige Wochen im Jahr erscheinen.

Ferner spielt auch eine entscheidende Rolle, welche Baumart von welchem Pilz besiedelt wurde. Dementsprechend kann der Wirkungsgrad der Holzzersetzung ein ganz anderer sein. Ein wahrlich sehr komplexes und hoch interessantes Themengebiet.

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Thomas Langner

(* 1966 - † 2008)

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