Besiedelung und Auswirkung

Pilze erzeugen die zu ihrer Verbreitung benötigten Sporen in einer unendlich großen Zahl. Da diese Sporen sehr klein und leicht sind, erfolgt deren Verbreitung auf die vielfältigste Art und Weise. Bevorzugt durch Wind verbreiten sie sich, aber auch Wasser, Bodenteilchen oder Insekten nehmen an der Verbreitung von Pilzsporen teil.

Pilzsporen sind in der Luft und am Boden vorzufinden. Den Zugang für die Besiedlung von Bäumen erhalten die Pilze über verschiedene Wege. Ausschlaggebender Faktor sind in erster Linie Wunden und Verletzungen jeglicher Art, die den Zutritt ermöglichen. Hierbei kann es sich unter anderem um Astausbrüche, Stammverletzungen, Astungswunden, Kappstellen und Wurzelbeschädigungen handeln.

Trifft eine Pilzspore auf eine Eintrittspforte an ihrer zukünftigen Wirtspflanze und stimmen die zur Besiedlung benötigten Rahmenfaktoren Temperatur, pH-Wert und Feuchtigkeit, bildet sich ein Keimschlauch. Dieser wächst zu einer Hyphe weiter und dringt in das Innere des Pflanzengewebes ein.

Baumbruch durch Holzzersetzung

Die holzzerstörenden Pilze zersetzen das Holz ihrer Wirtspflanzen und sorgen damit letztendlich für deren Absterben. Die Zeitdauer und Intensität dieses Prozesses ist abhängig von der Pilzart und der Wirtspflanze, sowie deren Vitalität, und kann sich über sehr viele Jahre hinziehen.

Von einem holzzerstörenden Pilz besiedelte Bäume, werden im Laufe der Holzzersetzung zu einer Gefahr, da ihre Stand- und Bruchsicherheit entsprechend abnimmt und stetig weiter reduziert wird, wenn es dem Baum nicht gelingt durch Kompensationswachstum den Holzabbau stetig wieder auszugleichen. Je nachdem wo der Holzabbau stattfindet, führt dies beim Versagen letztendlich zum Kippen oder Brechen des Baumes.

Pilze bedienen sich unterschiedlicher Verfahren, mit denen sie das Holz ihrer Wirtspflanze zersetzen. Grob unterteilt sind dies:

  • Weißfäule: a). Zellulose, Lignin und Hemizellulose werden zeitnah zueinander abgebaut. Das Holz wird spröde. b). Zuerst werden Lignin und Hemizellulose und erst später dann auch Zellulose abgebaut. Das Holz wird faserig und zäh. Zersetztes Holz ist bei a). und b). gleichermaßen weich und faserig
  • Braunfäule: Da die Zellulose zersetzt wird, aber nicht das Lignin, verfärbt sich das Holz braun. Das Holz wird rissig und zerbricht würfelartig, im Endstadium zerfällt es zu rötlichbraunen Staub
  • Moderfäule: Zunächst wird nur Zellulose (und Hemizellulose) abgebaut. Die Ligninzersetzung erfolgt erst in späten Phasen. Ähnelt der Braunfäule, ist aber in der Lage trotz sauerstoffarmer Bedingungen auch sehr nasses, lebendes Holz zu zersetzen.

Ein Unterscheidungsmerkmal bei der Pilzbestimmung bilden die Pilzfruchtkörper, von denen es ein- und mehrjährige gibt. Die Fruchtkörper der Pilze erscheinen zumeist im lokalen Fäulebereich des Befalls und dies in der Regel erst, nachdem der Baum bereits vor vielen Jahren besiedelt wurde.

Als Gegenreaktion auf die Holzzersetzung können die Bäume neben dem Kompensationswachstum, sogenannte Reaktionszonen bilden und durch eine Abschottung versuchen, den fortschreitenden Holzabbau räumlich einzugrenzen. Die Fähigkeit der besiedelten Bäume effektiv gegen den vordringenden Pilzbefall vorzugehen, ist aber immer abhängig von der Kombination betroffene Baumart, deren Vitalität und dem jeweiligen Pilz. Baum ist eben nicht gleich Baum und Pilz ist eben nicht gleich Pilz.

Daher ist es unabdingbar, bei einem erkannten Pilzbefall jeden Baum individuell auf seine Stand- und Bruchsicherheit hin zu untersuchen und anhand seines Standortes, die mögliche Gefährdung der Verkehrssicherheit richtig einzuschätzen.

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des Autors
Thomas Langner

(* 1966 - † 2008)

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