pathogene Bodenpilze

Phytophtora Arten

Hier handelt es sich um sogenannte niedere Pilze oder auch pilzähnliche Organismen, den Phycomyceten. Der 'Phytoptora infestans' ist z. B. bekannt geworden durch die Kraut- und Knollenfäule der Kartoffeln.

Der niedere Pilz verursacht sowohl Wurzelfäule und Blattkrankheiten, die in der Land- und in der Forstwirschaft als gefährliche Krankheitserreger seit langem bekannt sind.

In Europa werden seit Mitte der 90er Jahre vermehrt auch neue Phytophtora-Arten als Verursacher von Waldschäden nachgewiesen. Eine bisher kaum bekannte Krankheit an Buchen durch 'Phytophthora cambivora' wurde ebenso entdeckt, wie die hauptsächlich an Eichen auftretende 'Phytophthora quercina'.

Ein weiterer pathogener Bodenpilz, ist der seit langem als Schaderreger, besonders an Fichten vorkommende, Wurzelschwamm (Heterobasidion annosum). An anderen Nadelbaumarten, wie der Kiefer und Douglasie, kann dieser Pilz Wurzelfäulen verursachen, die oberirdisch zunächst zu Nadelverfärbung, Kronenverlichtung und schließlich zu Windwurf oder zum Absterben stehender Bäume führen.

Befall durch pathogene Bodenpilze

Als aggressive, primäre Parasiten, verursachen die Phytophtora Pilze ebenfalls Wurzelschäden und Fäulnis, die bis in den Stammbereich der Bäume reichen können. Dies führt von der Unterversorgung der Kronenteile, bis zum Absterben. Durch die massive Schädigung, werden die befallenen Bäume auch noch anfällig für sekundäre Schäden.

Die bereits weit fortgeschrittenen Auswirkungen des Phytophtora-Befalls, lassen sich an den Stämmen durch zumeist punktuellen, bis hin zu flächigen Verfärbungen, mit einem schleimigen Ausfluss erkennen. (siehe rechts)

Besonders gut entwickelt sich dieser pathogene Bodenpilz auf nassen Böden.

Bei Neuanpflanzungen ist unbedingt Staunässe zu vermeiden und für einen guten Wasserabzug zu sorgen. Auf sandigen Böden kommt dieser pathogene Bodenpilz zumeist nur im Zusammenhang mit einem zu hohen pH-Wert vor. Kranke Bäume sollten entfernt werden.

Verticillium

Die als unvollständige Pilze, 'Fungi imperfecti' benannte Gruppe von Pilzen, vermehrt sich nur vegetativ. Sie bildet keine Fruchtkörper aus, sondern Konidien, die meistens im Myzel gebildet werden und auch dort überwintern. 'Verticillium' und 'Fusarium' sind die bekanntesten Formen.

Der Pilz dringt vom Boden her in die Leitungsbahnen vieler Pflanzen ein und be- oder verhindert die Wasseraufnahme. Dadurch kommt es zu Welkekrankheiten von zunächst einzelnen Ästen oder Kronenteilen. Aufreissende Baumstämme, vor allen an jüngeren und frisch gepflanzten Bäumen (z. B. Ahorn) mit auftretenden Ausfluss, können auch auf 'Verticillium' hinweisen. An Kirschen kommt es zum sogenannten sichtbaren Gummifluss.

Sind Flächen vorhanden oder bekannt, auf denen es vermehrt zu einem Befall mit 'Verticillium' gekommen ist, sollte bei einer Neupflanzung auf empfindliche Arten gänzlich verzichtet werden. Befallene Äste müssen bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden. Eine Düngung mit Ammoniumsulfat kann befallsmindernd wirken. Vorbeugend kann zudem durch eine ausreichende Wässerung, für die Vermeidung von Trockenstress, gesorgt werden. Chemische Mittel sind bisher wenig erfolgreich.

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Thomas Langner

(* 1966 - † 2008)

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