Wann kann Wässern sinnvoll sein?

Lutz Linde, Copyright by baumpruefung.de

Dass wir Bäume zum Leben auch Wasser brauchen, ist Euch ja bestens bekannt. Normalerweise sorgen wir schon selbst dafür, dass uns genug Wasser zur Verfügung steht. Das klappt umso besser, je länger wir uns an unserem Platz befinden. Idealerweise wäre das also ab unserer Geburtsstunde, der Keimung.

Dann nämlich können wir uns direkt an die Bedingungen unseres Standortes anpassen. Natürlich hat jede Baumart so ihre eigene Vorlieben was z. B. die Bodenart oder die Regenmenge eines Jahres betrifft. Deshalb gibt es auch nicht jede Baumart überall auf der Welt, wo Bäume im Allgemeinen wachsen könnten. Der eine ist Halt Sonnenanbeter und der andere hat lieber mehr Schatten, der eine mag lieber Sandboden und der andere steht auf Lehm...

Anders sieht es hingegen bei denjenigen von uns aus, die von Menschenhand gepflanzt oder verpflanzt werden. Diejenigen brauchen dann schon in den ersten Jahren Eure Hilfe in Form von zusätzlichen Wassergaben, bis sie vollständig in den Boden eingewurzelt sind und sich dann selber versorgen könnten. Vorausgesetzt sie stehen in der richtigen Erde und haben ausreichend Platz. Das ist aber leider oftmals nicht der Fall und so bleiben die armen Kollegen von mir dann meistens lebenslange Pflegefälle.

Das zeigt sich besonders immer dann, wenn extreme Klimasituationen auftreten, wie z. B. mehrere Wochen lang kein Regen. Dann bekomme sogar ich manchmal Schwierigkeiten, obwohl ich so viel Platz in meinem Park habe und den Boden so gerne mag.

Reicht das Wasser, welches noch da ist, nicht mehr aus, muss auch ich mir was einfallen lassen. Zunächst mach ich einfach die Spaltöffnungen meiner Blätter zu, dann brauch ich wenigstens kein Wasser zu verdunsten, kann aber auch keine Photosynthese mehr betreiben. Ferner könnte ich auch ein paar Blätter abwerfen. Wenn es ganz arg wird, kann auch schon mal ein gesunder Ast durch Abwurf geopfert werden. Tja, und wenn das auch nicht reicht, dann sieht es wirklich übel aus und ich wäre in einem solchen Moment am liebsten eine Palme...

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Spätestens in einer solchen Phase kann auch mir eine Wassergabe helfen, obwohl ich eher sehr selten in eine derartige Situation komme. Natürlich stellt sich der Mensch auch immer die Frage, wie oft und wieviel er giessen soll. Ganz ehrlich gesagt ist ein regelmäßiges Giessen gar nicht nötig. Vielmehr zeigen wir Bäume schon von selber an, wann wir wirklich Wasser brauchen, man muss nur genau hinschauen. Naturgemäß braucht der frisch gepflanzte oder ungünstig plazierte Baum zwar viel eher und mehr Hilfe, allerdings kann zu viel Wasser, ist es auch noch so gut gemeint, einen sehr großen Schaden anrichten!

Je nach Bodenart und deren Zustand (Verdichtungsgrad) kann nämlich ab einem gewissen Punkt, die Wassermenge nicht mehr aufgenommen werden und unsere Wurzeln beginnen dann unter dem entstandenen Luftabschluss zu faulen. Das ist übel, riecht übel und sieht auch so aus.

Und noch etwas. Wir Bäume sind absolut optimierte Wesen und machen nichts unnötiges. Bekommen wir also Wasser, quasi nach der Stechuhr, geliefert, dann brauchen unsere Wurzeln sich nicht anzustrengen und selber danach suchen. Das macht uns richtig träge.

Das Ganze ist also nicht so einfach und erfordert ein gewisses Maß an Fingerspitzengefühl, denn zu allem Überfluss braucht die eine Baumart mehr Wasser als die andere, Sandboden trocknet schneller ab als Lehmboden,...

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Thomas Langner

(* 1966 - † 2008)

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