Warum können Pilze gefährlich sein?

Lutz Linde, Copyright by baumpruefung.de

Pilze sind für uns Bäume ganz wichtige Begleiter. Zum einen gibt es welche, die uns helfen können, mehr Wasser und Nährsalze über unsere Wurzeln aufzunehmen. Mit denen bilden wir eine Lebensgemeinschaft, denn im Gegenzug geben wir ihnen dafür Produkte aus unserer Fotosynthese ab. Mykorrhiza-Pilze nennt man sie. Ein schwieriges Wort. Mit ihnen gehen wir eine lebenslange Partnerschaft ein, in denen beide Partner voneinander profitieren. Diese Lebensgemeinschaft heißt auch Symbiose.

Zum anderen gbt es die Saphrophyten. Auch ein schwieriges Wort. Wenn wir von saphrophytischen Pilzen befallen werden, dann haben wir entweder unser Leben schon vollständig ausgehaucht oder so stark geschädigte Bereiche, dass für diese Pilze eine Besiedlung möglich wird. Saphrophytische Pilze sind sozusagen die Staubsauger der Natur und unverzichtbar, denn sie zersetzen neben unserem abgefallenen Laub auch alle abgestorbenen Pflanzen. Damit erfüllen sie eine ganz wichtige Aufgabe im ewigen Kreislauf, denn sie sorgen für Ordnung und räumen auf.

Anders sieht es hingegen bei denjenigen Pilzen aus, die als Parasiten bezeichnet werden. Man könnte sie auch Schmarotzer nennen, denn sie profitieren nur von uns, ohne dafür eine nützliche Gegenleistung zu erbringen. Sie sind durch ihre Tätigkeit des Holzabbaues in der Lage, uns Bäume zu zersetzen, wenn wir noch aufrecht stehen und leben. Das ist zwar ziemlich gemein von denen, aber in der Natur ganz normal und nichts außergewöhnliches.

Dr. Pilzheimer & Gräfin von Pilzstein, Lutz Linde, Copyright by baumpruefung.de

Natürlich wehren wir uns gegen die parasitären Pilze so gut wir es können und nicht selten kann es uns auch gelingen, sie für sehr viele Jahre in Schach zu halten. Davon bekommt ihr aber oft genug gar nichts oder erst sehr spät etwas mit, denn das Ganze spielt sich meistens viele Jahre lang im Verborgenen ab. Wenn die Holzzersetzung schon weit fortgeschritten ist, dann kann es eines Tages passieren, das wir, trotz voller Belaubung und gutaussehend, umfallen oder abbrechen.

So ist das nun einmal in der Natur. Da ist immer was los und es herrscht ein einziges Kommen und Gehen...

Parasitäre Pilze werden gerne auch als Baumpilze bezeichnet. Was ihr von ihnen sehen könnt sind die Fruchtkörper. Spätestens wenn ihr diese Fruchtkörper seht, dann wisst ihr auch, dass eine Holzzersetzung stattfindet. Manche von ihnen sehen sogar ganz toll aus und haben ganz verrückte Namen. Ich habe mal ein paar von ihnen fotografiert:

  • grauer Feuerschwamm

    grauer Feuerschwamm

  • Austernseitling

    Austernseitling

  • schuppiger Porling

    schuppiger Porling

  • flacher Lackporling

    flacher Lackporling

Wichtig wäre es, dass ihr diese Pilze am besten in Ruhe lasst und sie euch nur anschaut. Auch wenn es sehr verlockend sein kann, NICHT ANFASSEN oder entfernen und schon gar nichts davon in den Mund nehmen, denn sie könnten giftig sein.

Das sie nicht kaputt gemacht oder entfernt werden hat auch einen ganz bestimmten Grund. Irgendjemand wird nämlich die Bäume kontrollieren und wenn ihr die Pilze entfernt, dann kann derjenige den Pilzbefall unter Umständen gar nicht erkennen.

Viele weitere spannende Themen, sowie noch mehr Wissenswertes über Bäume, finden Sie in unserem günstigen Mitgliederbereich und auf den CDs von baumpruefung.de.

Einfach hier Mitglied werden oder schnell bestellen!

Unsicher? Das sagen unsere bisherigen Kunden: Kunden-Rezensionen

Hier klicken für mehr Informationen über den Autor

Profitieren
auch Sie aus
über 25 Jahren
praktischer
Erfahrung als
Baumschulgärtner
und -kontrolleur
des Autors
Thomas Langner

(* 1966 - † 2008)

baumpruefung.de - toTop