Wofür brauchen Pflanzen ihre Blüten?

Lutz Linde, Copyright by baumpruefung.de

Für die Pflanzen sind die Blüten ein ganz wichtiger Bestandteil für ihr Dasein auf der Erde. Die Blüten sorgen nämlich dafür, dass sich überhaupt erst Früchte bilden können, in denen sich wiederum der Samen befindet, aus dem dann später wieder neue Pflanzen wachsen können.

Zu diesem Zweck muss aber erst einmal während der Blütezeit der Blütenstaub (= Pollenkörner) von den männlichen Blütenteilen auf die weiblichen Blütenteile übertragen werden. Wenn das geschieht, nennt man das eine Bestäubung.

Die Blüten enthalten dafür die Geschlechtsorgane der Pflanzen. Bei den Pflanzen gibt es Arten, wo eine Blüte sowohl weiblich und männlich ist. Andere Pflanzenarten haben auf ein und derselben Pflanze getrennt verteilt, männliche und weibliche Blüten sitzen. Wiederum gibt es aber auch Pflanzenarten, deren Blüten nur männlich oder weiblich sind, so dass jeweils eine männliche und eine weibliche Pflanze derselben Art für die Bestäubung benötigt werden.

So funktioniert das bei den meisten Pflanzenarten. Es gibt aber auch Pflanzen, das sind vor allem viele Obstgehölze, die nicht den Blütenstaub von derselben Art für die Bestäubung brauchen, sondern lieber fremden Blütenstaub von anderen Obstsorten. Ihr seht also, das Ganze ist nicht so einfach.

Wie gelangen nun aber die Pollenkörner für eine erfolgreiche Bestäubung von den männlichen zu den weiblichen Blütenanlagen? Ihr habt es sicher schon geahnt. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten.

  • Tulpenbaum - Blüte duftend und farbig
  • Deutzie - Nektar sammelnde Hummel
  • Deutzie - Nektar sammelnder Schmetterling

Da wären zum einen die Insekten, vor allem sind dies Bienen und Schmetterlinge, die von bunten und gut duftenden Blüten, wie auf den oberen Bildern, angelockt werden. Damit signalisieren die Pflanzen den Insekten, dass es bei ihnen ganz tollen Nektar gibt. Nektar ist ein süßer Saft, der sich in den Blüten befindet und den die Insekten furchtbar gerne trinken. Damit sie an den Nektar gelangen können, müssen die Insekten die Blüten anfliegen.

Das machen die Blüten extra, denn wenn die Insekten die Blüten anfliegen, bleiben automatisch die kleinen Pollenkörner an ihnen haften. Fliegen die Insekten dann zur nächsten Blüte weiter, streifen sie die Pollenkörner wieder ab, nehmen Neue auf und sorgen somit für die Bestäubung der Blüten.

Andere Pflanzenarten haben extra viele kleine Blüten in einer Gruppe dicht beieinander stehen, damit die Insekten sie leichter finden und besser auf ihnen landen können. So hat jede Pflanze ihre eigenen Tricks, um die Insekten auf die Blüten aufmerksam zu machen.

einfache Blütenkätzchen

Einfacher haben es viele Laubbäume. Bei vielen Arten sorgt ganz einfach der Wind oder der Regen für die Verbreitung der Pollenkörner. Deshalb haben auch viele Laubbäume keine besonders farbige oder duftende Blüte nötig, sondern nur eine einfache, denn den Wind oder den Regen brauchen sie nicht anzulocken, der kommt sowieso.

Die männlichen Blüten bestehen oft aus Kätzchen, wie bei der Birke auf dem rechten Bild. Wenn die männlichen Blüten reif sind, werden die winzigen Pollenkörner entweder herausgeweht oder ausgespült, manchmal ist es auch eine Kombination von beidem. Die weiblichen Blüten befinden sich meistens sehr unauffällig an den Zweigen der Bäume. Um die in der Luft befindlichen Pollenkörner auffangen zu können, haben sie entweder kleine Haarbüschel oder sind etwas klebrig.

Da sich nicht vorhersehen lässt, wohin der Wind z. B. die Pollenkörner weht, entstehen in jedem männlichen Kätzchen eine Vielzahl von Pollenkörner. Kluge Leute haben errechnet, dass in einem Kätzchen der Birke bis zu 5 Millionen Pollenkörner sein können. Das ist ganz ehrlich gesagt unvorstellbar viel und macht auch deutlich, wie winzig klein diese Pollenkörner sind.

Zapfen

Die Nadelbäume haben auch Blüten, nämlich männliche und weibliche Zapfenblüten. Diese Blüten sind bei den meisten Nadelbäumen nur sehr schwer zu entdecken, da sie sehr unscheinbar an den Zweigen sitzen können.

In den männlichen Zapfenblüten werden die Pollenkörner gebildet und erst nachdem die weiblichen Zapfenblüten bestäubt werden, können die jedermann bekannten Zapfen entstehen, wie der Zapfen einer Zeder auf dem linken Bild. Jeder Zapfen, also auch der beliebteTannenzapfen, ist damit eine Frucht und keine Blüte.

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Thomas Langner

(* 1966 - † 2008)

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