giftige Pflanzen

Giftigkeit ist ein relativer Begriff. Bereits Paracelsus hatte erkannt: "Allein die Dosis macht ein Gift." Ab wann eine Pflanze eher den Giftpflanzen zuzuordnen ist, lässt sich also ohne weiteres nicht sagen. Die Übergänge zwischen Heil- und Giftpflanzen sind oftmals fliessend.

Ob und wie stark ein bestimmter Wirkstoff bei einem Menschen oder Tier als Gift wirken kann, hängt auch vom Alter, der Konstitution und dem Gesundheitszustand ab. Ferner hat nicht zwingend jede Pflanze der gleichen Art auch den gleichen Wirkstoffgehalt. Dieser ist abhängig vom Standort, dem Klima und Wetter, dem Alter, dem Erbgut und besonders auch von der Vegetationsperiode, in der sich die Pflanze befindet.

Es können demnach nur einzelne Pflanzenteile zu bestimmten Vegetationszeiten giftig sein oder auch ganzjährig. Ebenso können die verschiedenen Organe einer Pflanze, das wären Wurzel, Stängel, Blätter, Blüten, Rinde oder Früchte, auch verschiedene Wirkstoffe und ebenso verschiedene Wirkstoffmengen enthalten. Die Vielfalt der möglichen Kombinationen ist riesig.

Um eine Einteilung zu finden, wurden zur Gruppe der Giftpflanzen solche Bäume, Sträucher und krautige Pflanzen gezählt, deren Inhaltsstoffe bei Menschen und Tieren gesundheitliche Störungen hervorrufen können. Da die Auswirkungen und die dafür benötigte Dosis sehr unterschiedlich ausfallen können, wurde zudem ein Giftigkeitsgrad beigefügt, weshalb es nun sicherlich übertrieben wäre, alle Pflanzen aus dieser Einteilung gänzlich der Verbannung auszusetzen.

In den meisten Fällen kommt es nur dann zu Vergiftungen, wenn die entsprechenden Wirkstoffe in genügend hoher Dosierung im oder am Körper einwirken können. Hier greift also der Slogan der Unfallversicherungsträger: "Nicht kauen, nur schauen".

Da besonders Kinder neugierig sind und gerne alles erst einmal in den Mund nehmen, kommt es hier meistens zu entsprechenden Vergiftungserscheinungen. In den meisten Fällen greift der körpereigene Schutzmechanismus sofort ein und es kommt zum spontanen Erbrechen.

Die Meinungen, wie mit diesen Pflanzen nun im Alltag umzugehen ist, gehen weit auseinander. Die einen fordern die vollständige Verbannung aus dem Umfeld von Kindern, die anderen plädieren aus ökologischen wie pädagogischen Gründen für eine Erziehung zur Vorsicht, in der besonders schon kleine Kinder erlernen müssen, dass unbekannte Früchte oder andere Pflanzenteile nicht einfach probiert werden sollten. Eine solche Erziehung ist auch notwendig, da es sich mit Sicherheit niemals ganz vermeiden lässt, dass auch auf Spielplätzen, Bolzplätzen oder anderen für Kinder zugänglichen Orten, die ein oder andere giftige Pflanze wächst.

Die Methode der Erziehung geht die ganze Sache wesentlich realistischer an. Selbst wenn es möglich wäre, alle gifthaltigen Pflanzen aus den öffentlichen Bereichen und Anlagen zu entfernen, so befänden sich immer noch zahlreiche Pflanzen in der freien Natur oder, oftmals auch unwissend, in den Hausgärten.

Die folgenden vier Pflanzen sind giftig, bzw. stark giftig und sollten aufgrund ihrer optischen Auffälligkeiten und der Wirkung bei einer Vergiftung bekannt sein. Bei der Planung einer für Kinder zugänglichen Gartenbepflanzung sollte entweder gänzlich auf sie verzichtet werden oder Kindern der Zugriff nicht möglich sein, bzw. entsprechend unmöglich gemacht werden.

  • Goldregen

    Goldregen
    Laburnum anagyroides

  • Pfaffenhütchen

    Pfaffenhütchen
    Euonymus europaeus

  • Stechpalme

    Stechpalme
    Ilex auifolium

  • Seidelbast

    Seidelbast
    Daphne mezereum

Goldregen, Laburnum anagyroides, baumartiger Großstrauch oder Kleinbaum

  • giftig:
    • alle Teile, vor allem die Samen
  • mögliche Vergiftungserscheinungen:
    • Etwa 1/2– 1 Stunde nach dem Verzehr kann es zu Erbrechen, Übelkeit, Leibschmerzen, Schwitzen, Blässe und Speichelfluss kommen, in schweren Fällen auch zu Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen und Kreislaufversagen.

Pfaffenhütchen, Euonymus europaeus, Großstrauch, seltener baumartig

  • giftig:
    • alle Teile, vor allem die roten Früchte
  • mögliche Vergiftungserscheinungen:
    • 3 bis 24 Stunden nach der Aufnahme von Pflanzenteilen können Erbrechen, Leibschmerzen und starker Durchfall auftreten, auch Kreislaufstörungen sind möglich.

Stechpalme, Ilex aquifolium, baumartiger Großstrauch oder Kleinbaum

  • giftig:
    • die roten Früchte
  • mögliche Vergiftungserscheinungen:
    • Nach dem Essen mehrerer Beeren können Erbrechen, Leibschmerzen und Durchfall auftreten.

Seidelbast, Daphne mezereum, Kleinstrauch

  • giftig:
    • alle Teile einschließlich der Samen der roten Beeren
  • mögliche Vergiftungserscheinungen:
    • Der Umgang mit Pflanzenteilen kann an der Haut Rötungen, Blasen und Pusteln hervorrufen. Nach dem Verzehr schon kleiner Mengen, kann es in wenigen Minuten zu Kratzen und Brennen im Mund, dann zu Lippen- und Gesichtsschwellungen, Schluckbeschwerden, starken Kopf- und Leibschmerzen, Brechreiz, blutigem Durchfall, bei Kindern auch zu Verwirrtheit kommen. Der Verzehr von Beeren läuft glimpflich ab, wenn die Samen nicht zerkaut werden.

Zu den giftigsten Pflanzen in Deutschland gehören u.a. die Hortensie, die Tollkirsche, die Engelstrompete, Bilsenkraut, die Eibe, Herbstzeitlose, der Blaue Eisenhut, Bittersüßer Nachtschatten, der Wunderbaum oder auch der Stechapfel. Diese Pflanzen sind auch in vielen Gärten anzutreffen. Einige Pflanzen wie z. B. die Hortensie werden fälschlicherweise als Marihuana-Ersatz genutzt, sind dabei allerdings giftig. Leider warnt nicht jede giftige Pflanze durch eine auffällige Färbung vor Ihrer giftigen Wirkung.

Quelle: de.holidayinsider.com

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Thomas Langner

(* 1966 - † 2008)

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