Pflanzanleitung

Nach dem Eintreffen der Pflanzen, sollte auch umgehend mit der Pflanzung begonnen werden. Ist dieses aufgrund von Frostwetter oder sonstigen Einflüssen nicht möglich, sollten die Pflanzen an einen windgeschützten Ort zwischengelagert und vor allem die Ballen mit Stroh, Tüchern oder Säcken abgedeckt werden. Handelt es sich um ballenlose Pflanzware, dann sofort einschlagen bzw. auch abdecken, feucht halten und die Wurzeln unbedingt vor Kälte, Sonne und Wind schützen.

Pflanzgruben in gewachsenen Böden sollten erst frisch vor dem Pflanzen ausgehoben werden. Zum einen, um unnötige Verfestigungen oder Vernässungen innerhalb der Pflanzgrube durch tagelanges Offenliegen zu vermeiden, zum anderen kann man das benötigte Ausmaß der Pflanzgrube naturgemäß besser abschätzen, wenn die Pflanzen vor Ort sind. Neu erstellte Pflanzflächen, die noch nicht über eine eigene gewachsene Bodenstruktur verfügen, können noch vor der Pflanzung durch manuelle Verdichtung oder vorheriger Einschlämmung (abtrocknen lassen!), ein späteres Absinken der Pflanzen nach dem Einsetzen verhindern.

Trennung von Ober- und Unterboden

Beim ausheben der Pflanzgrube ist eine Trennung des humushaltigen Ober- vom Unterboden ratsam. Die Pflanzgrube sollte mindestens das 1,5-fache Maß an Breite haben, wie der Ballen Durchmesser hat. Die Pflanzgrubenwände und der Grubenboden sollten aufgelockert werden, damit das zukünftige Einwurzeln der Bäume, außerhalb des Bereiches der Pflanzgrube erleichtert wird und kein sogenannter Blumentopfeffekt eintreten kann.

Beim Verfüllen wird der Aushub in umgekehrter Reihenfolge wieder eingefüllt, wobei für den unteren Pflanzgrubenbereich nur wasserdurchlässiger Unterboden verwendet werden sollte. Wird der humushaltige Oberboden zu tief eingebracht, entstehen Vergasungen, da die organische Substanz nicht genug Sauerstoff für die Zersetzung zur Verfügung hat und die Wurzeln sterben ab. Als Faustregel für gewachsene Böden gilt: den Oberboden nicht tiefer einbringen, wie er bei der vorhandenen Bodenstruktur auch herausgenommen wurde. Bei neu errichteten Pflanzflächen sollte die Einbringtiefe von maximal 35 cm nicht überschritten werden.

Überprüfen der Pflanztiefe

Einer der meisten Faktoren für Ausfälle und schlechte Entwicklung beginnt bereits direkt nach dem einsetzen in die Pflanzgrube > zu tief ausgehoben. Ein hohes Pflanzen ist für alle aus Samen vermehrten Pflanzen lebensnotwendig. Deshalb muss der Erdballen nach dem Einsetzen mindestens genauso hoch stehen, wie er auch in der Einer der meisten Faktoren für Ausfälle und schlechte Entwicklung beginnt bereits direkt nach dem einsetzen in die Pflanzgrube > zu tief ausgehoben. Ein hohes pflanzen ist für alle aus Samen vermehrten Pflanzen lebensnotwendig. Deshalb muss der Erdballen nach dem einsetzen mindestens genauso hoch stehen wie er auch in der Baumschule gestanden hat. Optimal wären sogar bis zu 3 cm Überstand zum vorhandenen Bodenniveau. Überprüfen können Sie die Pflanzhöhe, indem Sie einfach ein gerades Stück Holz oder ähnliches über die Pflanzgrube legen. Ausnahmen bilden hier nur die Weiden und die Pappeln, die tiefer gepflanzt werden dürfen und sollen.

Wenn große Pflanzen oder Bäume geliefert werden, sind die Erdballen normalerweise mit Ballentuch und einer Verdrahtung eingepackt. Diese können am Ballen verbleiben, da es sich in der heutigen Zeit, in der Regel um schnell verrottbare Materialien handelt (Jute und Drahtgeflechte> Drahtstärke im Verhältnis zur Ballengröße).

Freilegen des Wurzelhalses

Bei einer zusätzlichen Verknotung des Ballentuches in unmittelbarer Stammnähe, sollten die Knoten aufgeschnitten und der Wurzelhals mindestens 10-15 cm freigelegt werden.

Bei der Verdrahtung soll dieser Abstand zum Wurzelhals ebenfalls eingehalten werden. Ansonsten muss der Draht nicht weiter aufgeschnitten werden, auch wenn dies oftmals empfohlen wird. Zum einen trägt ein kompakter Ballen zu einer höheren Standfestigkeit bei, zum anderen verrottet der unverzinkte Draht wesentlich besser, als wenn er bis zu einem Drittel oder mehr heruntergezogen wird.

Stammschutz anbringen

Stammschäden an frisch gepflanzten Bäumen können durch Austrocknungs- und Strahlungsschäden verursacht werden und haben in den letzten Jahren an Intensität sehr stark zugenommen. Um diese zu vermeiden empfiehlt es sich, gerade bei hochstämmigen Bäumen, einen entsprechenden Schutz, z. B. eine Schilfrohrmatte, als Vorsorgemaßnahme um den Stamm zu legen.

Ferner ist für die Neupflanzung eine ausreichende Bewässerung vorzunehmen. Für die Bewässerung von Ballenpflanzen hat sich das Aufschaufeln eines Gießrandes rund um den Wurzelballen bewährt. Dieser Gießrand kann das darin eingefüllte Wasser genau über dem Wurzelballen einwirken lassen. Eine andere Variante wäre, die Pflanzscheibe z. B. mit abgelagerten Häckselholz oder Mulch abzudecken. Ein Einschlämmen der Bäume bei der Pflanzung sollte grundsätzlich erfolgen.

Bewässerung über einen Gießrand

Die Menge und Häufigkeit der weiteren Wasserzufuhr ist neben der Vegetationsphase vor allem auch abhängig von der Witterung, der Pflanzenart und -größe. Fingerspitzengefühl ist hier absolut notwendig, denn zu hohe Wassergaben - sind sie auch noch so gut gemeint - können genauso zu Schäden an den Pflanzen führen, wie zu wenig Wasser. Statt ritualsartige Regeln für die Bewässerung aufzustellen, sollte vielmehr durch Beobachtung der Pflanzen der eigentliche Bedarf ermittelt und zugeführt werden.

Ansonsten gilt als grobe Faustregel bei Neupflanzungen mit normalen Standortfaktoren, in einer Phase von lang anhaltender, sommerlicher Trockenheit, in Abständen von rund 8-10 Tagen einen Bewässerungsgang durchzuführen.

Regentraufe

Da groß- oder breitkronige Pflanzen nur einen relativ kleinen Ballen im Verhältnis zu ihrer tatsächlichen Kronenbreite haben, entsteht die sogenannte Regentraufe. Sie verhindert, selbst bei starken und eigentlich auskömmlichen Niederschlägen, dass der Regen direkt über dem Ballen einwirken kann. Ist dies der Fall, sollte durchgewässert werden.

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Thomas Langner

(* 1966 - † 2008)

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