Irrtümer

Vieles setzt sich in den Köpfen der Menschen fest, ist aber tatsächlich in vielen Punkten falsch oder nur im Ansatz richtig. Natürlich werden auch im Laufe der Zeit durch ausgiebige Untersuchungen neue Erkenntnisse gewonnen, die zu erweitertem Wissen beitragen. Im Bezug auf Bäume gibt es auch einige dieser Irrtümer.

Tiefes Pflanzen, bringt mehr Standsicherheit > falsch - bis auf die Weide und Pappel, die tiefer gepflanzt werden dürfen, gilt ganz klar, den Baum mindestens so hoch zu pflanzen, wie er vorher in der Baumschule gestanden hat. Optimal wären sogar bis zu 3 cm höher, als zum vorhandenen Bodenniveau.

Immergrüne Freilandpflanzen brauchen im Winter kein Wasser > falsch - Immergrüne Gehölze verdunsten auch im Winter Wasser. Gerade die frisch gepflanzten Gehölze benötigen Wassergaben, die sie meist noch nicht selber aufnehmen können. Deshalb Immergrüne Gehölze möglichst früh pflanzen, damit sie noch einigermaßen vor Frostperioden einwurzeln können und so besser über den Winter kommen. Der Ausfall durch vertrocknete Immergrüne Gehölze dürfte im Winter höher liegen als bei den im Frühjahr gepflanzten.

Bäume wie Ahorn und Birke "verbluten", wenn sie sich im Saftstrom (z. B. Frühjahr) befinden und geschnitten oder verletzt werden > falsch - ein "verbluten" oder gar absterben des Baumes findet definitiv nicht statt. Obwohl die austretenden Mengen durchaus den Anschein erwecken, dass der Baum regelrecht ausläuft, haben Untersuchungen ergeben, dass die Wunden zum Teil sogar deutlich besser verarbeitet werden, als wenn der Baum zu einem anderen Zeitpunkt geschnitten oder verletzt wird. Innerhalb weniger Tage werden die Gefäße vollständig verschlossen. Allerdings kann es vorkommen, dass der Baum durch den auslaufenden Saftstrom weniger Reservestoffe bildet oder bereits eingelagerte wieder reaktivieren muss.

Optisch volle und kräftige Kronen, zeigen, dass ein Baum gesund ist > falsch - leider können auch optisch einwandfreie Kronenentwicklungen möglich sein, wenn bereits eine starke Fäule im Stamm vorhanden ist, die der Verkehrssicherheit nicht mehr genügt. Da eine Versorgung der Krone im wesentlichen durch die nach außen liegenden Jahresringe erfolgt, wirkt sich die Fäule im Inneren nicht zwangsläufig auch negativ auf die Versorgung, jedoch auf die Stand- und Bruchsicherheit aus.

Die Rot-Buche hat rotes Laub > falsch - Ist zwar nicht entscheidend für die Verkehrssicherheit, aber Rot-Buchen haben nur grünes Laub. Blut-Buchen haben grünlich-rotes bis rotes Laub, je nachdem ob es sich um Sämlingspflanzen oder veredelte Blut-Buchen handelt.

Faule Stellen im Baum kann man mit Holzschutzmitteln bekämpfen > falsch - Ein Baum ist nicht mit einer Parkbank aus Holz zu vergleichen. Beim Holz des Baumes handelt es sich um lebende Zellen und Gewebe. Untersuchungen haben ergeben, dass Nekrosen im Bereich des Kambiums auftreten können, sowie eine schlechtere Abschottung im behandelten Holz.

Gut überwallte Wunden sind ein Zeichen für die erfolgreiche Selbstheilung des Baumes > falsch - natürlich ist es positiv wenn ein Baum eine gute Überwallung von Wunden erzielt. Dafür ist sein Kambium zuständig. Für den tieferliegenden Holzbereich aber nicht. Im Holzkörper findet eine Abschottung des Wundbereiches durch Parenchymzellen des Holzes statt. Dadurch werden zwei verschiedene Vorgänge durchgeführt. Es können sich also bereits starke Faulstellen hinter der guten Überwallung gebildet haben. Gerade bei Bäumen, die über eine schwache Abschottungskraft verfügen.

Frostrisse > falsch - Längslaufende Stammrisse kommen durch Schwachstellen im Holz vor. Durch das ausfrieren von Wasser und thermischem Zusammenziehen der Zellen wird die Rissbildung ausgelöst, bzw. weiter ausgebildet. Somit ist der Faktor Frost ein Auslöser, aber der bereits vorhandene Schaden im Holz ist der Grund für den Stammriss. Ebenso wird auch bei frisch gepflanzten Bäumen zunehmend ein häufiges aufreißen der Stämme beobachtet. Auslöser sind die Austrocknungs- und Strahlungsschäden von Winter- und Sommersonne, im Zusammenhang mit dem vorhandenen Wasserhaushalt der Bäume.

Bei Gewitter: "Von den Eichen sollst du weichen und die Fichten wähl mitnichten, auch die Weiden musst du meiden, aber Buchen sollst du suchen und Linden sollst du finden." oder "Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen, kannst die Linden grad nicht finden." > falsch - Eine alte Volksweisheit, deren Inhalt aber absolut nicht der Realität entspricht. Einem Blitz ist es schlichtweg gesagt "wurschtegal", in welche Gattung eines Baumes er hinein kracht. Bei Gewitter deshalb jeden Baum meiden.

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Thomas Langner

(* 1966 - † 2008)

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