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Baumumfeld

Die meisten frisch gepflanzten Bäume in der Stadt, sind bereits zahlreichen, schon bei der Pflanzung vorhandenen Schädigungen des Baumumfeldes an ihrem neuen Standort ausgesetzt. Diese kann man in zwei grundsätzliche Bereiche aufteilen:

  • Belastungen durch Luft und Klima: schadstoffbelastete Luft; niedrige relative Luftfeuchte; Strahlungswärme von der Seite, durch Gebäudeabstrahlung, durch Straßenbelag; erhöhte Nachttemperaturen, die keine natürliche Ruheperiode erlauben und zu Dauerstress führen.
  • Belastungen durch Boden: Begrenzung des zur Verfügung stehenden Wurzel- raumes; versiegelte Oberflächen, dadurch mangelnde Wasserzufuhr und Bodendurchlüftung, sowie überhitzte Bodenwärme; Schadstoffe, durch Auftausalze, Putzmittel, Leckstellen von Kraftfahrzeugen; Bodengemische, die oft nicht den natürlichen Bedingungen entsprechen.

Im weiteren Verlauf kommen noch eine Menge an Möglichkeiten dazu, wie dem Baum, sein oftmals bescheidenes, Dasein noch mehr erschwert werden kann.

  • Rücksichtsloses befahren und betreten der Baumscheibe sorgen für Wurzelschäden und Bodenverdichtung.
  • Anfahrschäden, beim Einparken oder bei Unfällen, zerstören die Rinde, sowie Leitungsbahnen und Gewebe
  • Achtloses Anlehnen von Fahrrädern an den Stämmen sorgt für Stammverletzungen.
  • Tiefes Einritzen der Rinde für Verewigungen aller Art, annageln von Plakaten zerstören Rinde und Gewebe.
  • Durch Hundeurin, der in zu hoher Konzentration aufgrund der Häufigkeit die Rinde angreift.
  • Durch Vandalismus, in Form von abreißen einzelner Äste, bis zum zerstören von Baumgerüsten.
  • Baumaßnahmen im unmittelbaren Wurzelbereich und rücksichtsloses Kappen von Wurzelmasse, sorgen für Entwicklungs- und Standfestigkeitsproblemen, oftmals erst Jahre später.
  • Durch das vom Gesetzgeber geforderte Lichtraumprofil, wenn der Schnitt ein unproportionales Verhältnis zwischen Krone und Stamm schafft, wird die Vitalität für die Versorgung und weiteren Entwicklung beeinträchtigt.
  • Freischneiden von Leitungen, Fenstern oder ähnliches, sorgen im ungünstigsten Fall zur negativen Beeinträchtigung der Statik oder Vitalität.

All' diese Faktoren lassen erahnen, wie lebensfeindlich der Standort "Stadt" für die Bäume sein kann und leider oft auch ist. Daher muss auch bei der Auswahl der zu pflanzenden Arten eine eingehende Untersuchung des Baumumfeldes vorhergegangen sein, um die standortgerechteste Pflanzenauswahl zu finden. Beeinflussbare Faktoren des Baumumfeldes sind in jedem Falle zu verbessern, um den Bäumen ein akzeptables Umfeld zu schaffen.

Nicht unterschätzt werden darf auch der Faktor Mensch, in Form der Anwohner oder Autofahrer, bei der Auswahl der zu pflanzenden Bäume im Straßenbereich. Grundsätzlich hat ja niemand etwas gegen Bäume, außer er steht vor dem eigenen Haus oder Parkplatz. Da lässt die ja eigentlich vorhandene Toleranz von sehr, sehr vielen sich nicht mehr finden. Dann sorgen die Bäume auf einmal für "sehr viel Dreck", durch herabfallende Beeren, Honigtau, Blüten- und Blütenstaub, Blattfall im Herbst, Verschattung der Fenster, Stolperfallen durch Bodenanhebungen des Wurzelwerkes oder führen gar zu Beschädigungen an Fahrzeugen durch herabfallende Früchte.

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Baumschulgärtner
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Thomas Langner

(* 1966 - † 2008)

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