Mitglieder-Login   |   Mitgliedschaft   |   Produkte   |   Datenschutz   |   Haftung   |   Impressum   |   Werbung
baumpruefung.de - Twitter baumpruefung.de - Google+ baumpruefung.de - Facebook

Die Baumkrone

Totholz / Totäste

Zwei Arten von Totholz gilt es zu unterscheiden

  • Naturgegeben: Durch den Lichtmangel im Inneren der Krone, trennt sich der Baum durch das eintrocknen von Zweigen und Ästen, die nicht zum Licht gelangen.
  • Schadensbedingt: Äste, die dem Licht zugänglich sind, trocknen von außen nach innen, bzw. von oben nach unten ein und sterben ab oder sehr starkes Astwerk, im Verhältnis zum gesamten Baum gesehen, trocknet bis zum Stamm hin zurück.

Kronenmantel/ Laub und Nadeln

Befindet sich der Baum im belaubten Zustand, kann anhand des geschlossenen oder eines transparenten Nadel- oder Blattmantels, Rückschlüsse auf die Vitalität gezogen werden. Kleinere Blätter oder Nadeln als normalerweise üblich, sind zunächst kein direkter Hinweis auf eine eventuell vorliegende Verkehrsgefährdung. Diese Faktoren haben zunächst Bedeutung für ein Zustandsgutachten, dass für baumpflegerische Maßnahmen aussagekräftig ist. Auslöser für diese Veränderungen können - neben witterungsbedingten Einflüssen - auch Schädlinge sein, die für zusätzliche Veränderungen der Blätter und Nadeln, wie vergilben, Saug- und Fraßschäden, vorzeitiger Blattabwurf oder Nekrosen sorgen. Die Ausbildung der Nadel- oder Blattgröße kann sich zudem von einer auf die andere Vegetationsperiode verändern, da sie von vielen Faktoren abhängig ist. Beobachtet man allerdings über Jahre, dass die Nadeln oder Blätter zu klein sind, dann ist dies als Beleg für eine nachlassende Vitalität zu werten. Sollten zusätzlich andere Schadsymptome hinzukommen, kann dies ebenfalls zu einer anderen Einschätzung berechtigen.

Astwerk

Eine gesunde Struktur im Astaufbau weist neben einer gut aufgebauten Verzweigung, auch einen deutlich erkennbaren Triebzuwachs aus. Für jede Baumart gibt es ein typisches Längenzuwachs- und Verzweigungsmuster, in Abhängigkeit vom Alter des Baumes. Liegt eine abnehmende Vitalität vor, werden die Triebzuwächse kümmerlicher oder bleiben aus. Das typische Verzweigungsmuster löst sich auf, es werden mehr Kurztriebe ausgebildet und im stammnahen und unteren Kronenteil, werden durch Aktivierung von schlafenden Augen neue Triebe (= Reiterationen) gebildet. Der Baum bildet sich durch Aufgabe von äußeren Kronenpartien in seinem Kronenmantel zurück, was einer genaueren Untersuchung bedarf.

Astabbrüche / Astausbrüche / Faserknicken

Astabbrüche oder -ausbrüche können aus statischen Gründen oder witterungsbedingt erfolgen. Wiederholen sie sich jedoch mehrfach am selben Baum, kann dies ein Hinweis für eine andersweitig gelagerte Schädigung sein. Faserknicke entstehen durch nachlassende Eigenspannung, wodurch die Zugspannung in Faserlängsrichtung versagt. Sie sind wie ein Grünastabbruch nicht vorhersehbar.

Spechthöhlen oder -löcher, Nisthöhlen

Kreisrunde Öffnungen an Starkästen oder der Stammpartie im Kronenbereich. Sie sind vom Boden aus zumeist nicht einsehbar und damit ohne Untersuchung nicht einzuschätzen.

Astungswunden/ Kappungen

Große Schnittwunden am Astwerk, bzw. direkt an der Stammverlängerung innerhalb der Krone begünstigen, bzw. ermöglichen in der Regel eine Fäulnis. Kappungen begünstigen ebenfalls eine Fäulnis. Zudem bilden sich in der Regel sehr starkwachsende Ständer, die statisch nur über ein geringe Anbindung an den Holzkörper verfügen und schon deshalb regelmäßig wieder geschnitten werden müssen.

Risse am Astwerk/ Stämmlingen

Rissbildungen - offen oder mehrfach wieder überwallt - an Ästen oder Stämmlingen, weisen auf eine statische Schwachstelle hin und verkünden somit eine mangelhafte Bruchsicherheit. Besonders anfällig für Risse sind Unglücksbalken, V-Zwiesel, sich behindernde und nicht freischwingende, sowie auch kopflastige Kronenteile. Bei einigen Baumarten können auch ungefährliche Wachstumsrisse entstehen.

Wassertaschen

Wasseransammlung in Mulden von Vergabelungen, die zusätzlich einen Hinweis auf eingewachsene Rinde liefern können. Wassertaschen sind im geschlossenen Zustand als unbedenklich einzustufen. Erst eine entstandene Öffnung, wie z. B. eine Rissbildung, ändert diesen Zustand, da nun Wasser und andere Organismen ungehindert in das Innere des Baumes eindringen können.

Fremdbewuchs

Zum einen bildet sich Fremdbewuchs durch angeflogenen Samen, z. B. in vorhandenen Wassertaschen, die oftmals über eine dauerhafte Feuchtigkeit und durch angesammeltes Laub, über einen entsprechenden Nährboden verfügen.

Ferner entsteht ein Fremdbewuchs in Form von Überwachsungen durch Kletterpflanzen, wie z. B. mit Efeu. Mit zunehmender Vereinnahmung der Baumkrone, steigt der Lichtmangel und die Gewichtszunahme des Baumes an.

Zwiesel/Vergabelungen

Unterschieden werden je nach ihrer Stellung, U-Zwiesel und V-Zwiesel voneinander. Während von geschlossenen U-Zwieseln im eigentlichen Sinne keine Bruchgefahr ausgeht, verhält sich dies bei den V-Zwieseln anders.

V-Zwiesel - egal ob als Äste, Stämmlinge oder Stämme - besitzen keine vollwertige Anbindung an den Holzkörper. Die Tragfähigkeit der Anbindung reduziert sich zusätzlich durch den Zuwachs des Hebelarmes und dem Dickenwachstum.

Pilzfruchtkörper

Sichtbar gewordene Pilzfruchtkörper am verlängerten Stamm oder am Astwerk sind stets als ein erhöhtes Warnsignal für eine Verkehrsgefährdung, durch den Bruch eines Baumes zu betrachten. Da sich die Fruchtkörper der Pilze in der Regel erst nach einer mehrjährigen Besiedelung bilden, ist zunächst einmal von einer fortgeschrittenen Zersetzung des Holzes auszugehen. Hinweise für den bereits vorhandenen Schaden, liefern zum einen die Pilzart, die besiedelte Baumart, das gesamte Schadensbild des Baumes, sowie eine weiterführende Untersuchung.

Kronensicherungen

Einmal eingebaute Kronensicherungen, müssen in regelmäßigen Abständen auf ihren Zustand und die Funktionalität überprüft werden.

Kronenform

Je nach Baumart gibt es ein artspezifisches Wuchsverhalten. Abweichungen von dieser Normalform oder asymmetrisch gewachsene Baumkronen können auf Standortprobleme, einem ungünstigen Kronenaufbau oder ehemalige Astab- bzw. ausbrüche hinweisen. Ein möglicher Indikator für eine fehlende gleichmäßige Belastbarkeit des Baumes.

Ferner kann es durch die falsche Baumwahl oder durch bauliche Veränderungen im Baumumfeld zu Konflikten mit der Wuchshöhe oder -breite des Baumes kommen. Rechtzeitiges Erkennen und Handeln kann starke Eingriffe in den Kronenmantel vermeiden. Allerdings besteht auch in der Folgezeit ein erhöhter Pflegeaufwand.

Lichtraumprofil

Die Verkehrssicherungspflicht erfordert an entsprechend frequentierten Straßen, eine ausreichende Freihaltung des Straßenraumes und Sichtbarkeit der Verkehrszeichen. Um die Assimilationsfläche des Baumes nicht in einem Rutsch zu stark reduzieren zu müssen und auch zur Vermeidung von großen Astungswunden, sollten diese Arbeiten beizeiten und in mehreren Schritten erfolgen. Werden aus Platzgründen die Bäume recht nah an den Straßenraum gepflanzt, müssen diese Arbeiten zwangsläufig in kürzeren Intervallen ausgeführt werden, da auch noch recht junges Astwerk schnell in den Straßenraum wachsen kann.

WERBUNG

Viele weitere spannende Themen, sowie noch mehr Wissenswertes über Bäume, finden Sie in unserem günstigen Mitgliederbereich und in den E-Books von baumpruefung.de.

Einfach hier Mitglied werden oder schnell bestellen!
Unsicher? Das sagen unsere bisherigen Kunden: Kunden-Rezensionen

NEU: Jetzt für den neuen Newsletter von baumpruefung.de hier anmelden!

Hier klicken für mehr Informationen über den Autor

Profitieren
auch Sie aus
über 25 Jahren
praktischer
Erfahrung als
Baumschulgärtner
und -kontrolleur
des Autors
Thomas Langner

(* 1966 - † 2008)

baumpruefung.de - toTop