Im Vergiftungsfall

Was müssen sie im Vergiftungsfall tun?

In den meisten Vergiftungsfällen hat ein Kind aus seiner natürlichen Neugier heraus, Pflanzenteile in den Mund genommen, gegessen oder geschluckt. Der Bundesverband der Unfallkassen hat für einen solchen Fall die folgenden Hinweise in einer Broschüre zusammengefasst und herausgegeben:

Wenn Sie nicht sicher sind, dass es sich um eine völlig ungiftige und unschädliche Pflanze handelt, rufen sie sofort in einer Giftinformationszentrale (GIZ) an. (Anmerkung: Adressen und Rufnummern der GIZ, sind am Ende der Hinweise aufgeführt).

Schildern Sie möglichst genau die Symptome des Kindes und was Sie als Ursache erkannt haben oder vermuten. Am besten wäre es, die Pflanze benennen zu können. Wichtig ist außerdem anzugeben, welche Menge vermutlich aufgenommen wurde und wie lange das zurückliegt. Notieren Sie die Auskünfte der GIZ für Ihren Arzt.

Sollten Vergiftungserscheinungen auftreten oder zu erwarten sein, gehören Kinder in ärztliche Behandlung. Befolgen Sie diesbezüglich genau die Empfehlungen der GIZ und suchen Sie gegebenenfalls ohne Verzögerung Ihren Kinderarzt oder die nächstgelegene Kinderklinik auf. Geben Sie die Information der GIZ an den behandelnden Arzt weiter. Bringen Sie ihm, wenn möglich, die verdächtige Giftpflanze oder Teile davon mit. Auch Apotheker und Gärtner können bei der Identifizierung von Giftpflanzen hilfreich sein.

Vermeiden Sie vorschnelle, evtl. nicht notwendige oder sogar gefährliche Hilfsmaßnahmen. Bedenken Sie, dass die Mehrzahl der Fälle, bei denen Kinder Pflanzenteile zu sich nehmen, harmlos sind und keiner Behandlung bedürfen.

Leisten Sie Erste Hilfe nur im Notfall, wenn ärztliche Hilfe nicht schnell genug zu bekommen ist. Manche Kinder erbrechen nach Aufnahme von Pflanzenteilen allein. Falls dies nicht der Fall ist, der schädliche Stoff aber entfernt werden muss, können Sie wie folgt vorgehen:

  1. Lassen Sie das Kind ein oder zwei Gläser lauwarmen Himbeersaft oder lauwarmes Wasser trinken.
  2. Legen sie sich das Kind in Bauchlage über Ihre Oberschenkel, den Kopf etwas nach unten hängend, damit das Erbrochene abfliessen kann und nicht in die Luftröhre gerät.
  3. Stecken sie den Finger tief in den Hals und drücken sie kräftig auf den Zungengrund.

So sollten Sie nicht vorgehen:

  1. Geben Sie zum Auslösen von Erbrechen niemals Salzwasser: Das kann für kleine Kinder lebensgefährlich sein.
  2. Geben sie zum Auslösen von Erbrechen niemals Milch, denn die Aufnahme fettlöslicher Gifte wird durch Milch gefördert.

Die Giftinformationszentren der Bundesrepublik Deutschland, Stand: Juli 2003

Berlin:

Beratungsstelle für Vergiftungserscheinungen und Embryonaltoxikologie,
Spandauer Damm 130, 14050 Berlin,
Tel.: 030/ 1 92 40, Fax: 030/ 3068 67 21

Berlin:

Giftberatung Virchow-Klinikum, Med. Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, Abt. Innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie und Intensivmedizin,
Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin,
Tel.: 030/4 5055-3555, Fax: 030/4 5055-3915

Bonn:

Informationszentrale gegen Vergiftungen, Zentrum für Kinderheilkunde der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn,
Adenauer Allee 119, 53113 Bonn,
Tel.: 02 28 / 1 92 40, Fax: 02 28 / 2 87 33 14

Erfurt:

Gemeinsames Giftinformationszentrum der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Helios-Klinikum,
Nordhäuser Straße 74, 99089 Erfurt,
Tel.: 03 61 / 73 07 30, Fax: 03 61 / 7 30 73 17

Freiburg:

Vergiftungs-Informationszentrale im Zentrum für Kinderheilkunde und Jugendmedizin des Universitätsklinikums,
Mathildenstraße 1, 79106 Freiburg,
Tel.: 07 61 / 1 92 40 , Fax: 07 61 / 2 70 44 57

Göttingen:

Giftinformationszentrum-Nord der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein (GIZ-Nord), Zentrum für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Göttingen,
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen,
Tel.: 05 51 / 1 92 40 für die Bevölkerung, Fax: 05 51 / 3 83 18 81
(für med. Fachpersonal 05 51 / 38 31 80)

Homburg:

Informations- und Beratungszentrum für Vergiftungen, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität,
66421 Homburg/Saar,
Tel.: 068 41 / 1 92 40 , Fax: 068 41 / 1 62 84 38

Mainz:

Beratungsstelle bei Vergiftungen, II. Medizinische Klinik und Poliklinik der Universität,
Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz,
Tel.: 061 31 / 1 92 40 , -/ 23 24 66,
Fax: 061 31 / 23 24 68

München:

Giftnotruf München, Toxikologische Abteilung der II. Med. Klinik rechts der Isar der Technischen Universität München,
Ismaninger Straße 22, 81675 München,
Tel.: 089 / 1 92 40 , Fax: 089 / 41 4024 67

Nürnberg:

Giftinformationszentrale der Medizinischen Klinik 2 des Klinikums Nürnberg Nord
Prof.-Ernst-Nathan-Str. 1, 90419 Nürnberg,
Tel.: 09 11 / 3 98 24 51, Fax: 09 11 / 3 98 21 9236

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Thomas Langner

(* 1966 - † 2008)

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