Was bedeutet der keltische Lebensbaum?


In der keltischen Mythologie, wie auch bei den Mayas, Ägyptern und den Chinesen nimmt der Lebensbaum eine besondere Rolle ein. Er stand für Weisheit, Stärke und Langlebigkeit und die Wiedergeburt. Aber auch im Alten Testament des Christentums ist die Rede von einem "Baum des Lebens" und sogar im Koran des Islams findet er Erwähnung. In der Schöpfungsgeschichte wurde Adam und Eva verboten von den Früchten des Baumes im Garten Eden zu kosten, welche für unendliches Leben sorgen sollten.

Abbildung eines Lebensbaumes

Symbol und Bedeutung

Bereits in der Bronzezeit, die von 3000 v. Chr bis 800 v. Chr. herrschte, wurden im Norden Englands Schnitzereien des Designs gefunden. Dies war bereits vor der Zeit der Kelten. Insbesondere der Zeitraum um 450 v. Chr., während der Eisenzeit, war die Zeit der Kelten die diese Symbolik auch genutzt haben.

Vermutlich wird jeder schon einmal die bekannte keltische Abbildung eines Lebensbaums in einem ihn umgebenden Kreis gesehen haben. Die Krone des Baums stellt die Verbindung zum Himmel dar, weshalb die Krone mit der oberen Linie des Kreises verbunden ist. Die Wurzeln hingegen sind die Verbindung zur Unterwelt und sind deshalb mit der unteren Linie des Kreises fest verbunden. In der Mitte bleibt der Stamm, welcher diese beiden Welten miteinander verbindet oder auch im Gleichgewicht hält und dafür sorgt, dass nicht eine von beiden Seiten Überhand gewinnt. Dieses Design mit den gefalteten Ästen und den Wurzeln des Baumes bildet einen Kreis und unterscheidet sich von der nordischen Darstellung.

Bei dem abgebildeten Lebensbaum könnte es sich um eine Esche handeln, der auch eine Position im keltischen Horoskop zugeordnet ist.

Ein Baum als Dorf-Mittelpunkt, hier eine sogenannte Dorflinde

Lebensbaum als Lebensmittelpunkt?

Laut den keltischen Druiden besaß der Lebensbaum besondere Kräfte und ihm wurde eine besondere Aufgabe zu teil. Denn bei der Besiedlung eines Ortes wurde ein einzelner Baum in der Mitte des Ortes gepflanzt oder eher ein solcher Platz um einen Baum besiedelt. Dieser bot Wärme und Schutz, eventuell auch Nahrung für das Volk und wurde für Stammestreffen genutzt.

So verwundert es nicht, dass bei Kriegen zwischen verschiedenen Stämmen der Baum als wichtiger Mittelpunkt des gegnerischen Dorfes gerne niedergeschlagen wurde. Wer dies allerdings aus boshaftem Verhalten beim Lebensbaum des eigenen Stammes praktizierte hat ein wirklich schlimmes Verbrechen begangen.

Thuja - der wahre Lebensbaum?

Thuja - der wahre Lebensbaum?

Tatsächlich gibt es auch noch eine wirklich existierende Baumgattung die als "Lebensbaum" betitelt wird, botanisch auch "Thuja" genannt. Diese wird als Hecke gesetzt und es gibt sie in verschiedenen Untergattungen. Der Lebensbaum ‘Brabant’ beispielsweise kann das ganze Jahr über gepflanzt werden, solange der Boden nicht durchnässt oder gefroren ist. Optisch hat dieser Baum allerdings nicht allzu viel mit dem symbolischen Lebensbaum in den Anhängern oder auf den Steinen und Zeichnungen gemeinsam.

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